Dreiflüsse-Trachtengau Passau e.V.
1. Gauvorstand Walter Söldner

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Kontakt

Die Trachtenerhaltung und Trachtenpflege ist eine der wichtigsten Aufgaben im Trachtenverband. Dies wird bereits mit einem unserer Leitsätze deutlich:

Sitt‘ und Tracht der Alten wollen wir erhalten!

In den Richtlinien des Bayerischen Trachtenverbandes für die Trachten- und Heimatpflege heißt es: „Die Pflege der bodenständigen Tracht ist die allererste Aufgabe eines Trachtenvereins. Dazu gehören die Festtagstrachten in den historischen und erneuerten Formen und die Trachtenkleidung im Alltag.

Die Tracht soll in allen Bestandteilen ihre Echtheit und Sauberkeit aufweisen, in ihrer Gestaltung den guten Sitten der Heimat entsprechen, soweit als möglich in Handarbeit hergestellt werden.“

In diesen Sätzen ist alles enthalten, wonach sich die Trachtenträger, Trachtenvereine, Hersteller und Interessierte richten sollen.

Trachten im Dreiflüsse-Trachtengau

Die Tracht ist zeitlos – wertvoll – bodenständig!

In den Anfängen der Trachtenbewegung im Passauer Land wurde jedoch eine ganz andere Tracht getragen. Die ersten Vereine im heutigen Dreiflüsse-Trachtengau wurden als „Gebirgstrachtenerhaltungsvereine“ gegründet. Damit wurde in dieser Zeit vor allem die Gebirgstracht aus Oberbayern getragen.

Alte Gögginger Tracht

Jedoch besannen sich die Verantwortlichen in den Trachtenvereinen und Dachverbänden nach dem Ende des 2. Weltkrieges auf ihre Wurzeln. In den 1950er Jahren begann die Phase der Trachtenerneuerung und damit die Einsicht, dass das „bodenständige G’wand“ ein Teil unserer Kultur ist und somit Bodenständigkeit, Heimatliebe und Heimatverbundenheit vermitteln kann. Nach historischen Bildern, vor allem auf Votivtafeln, wurden zusammen mit Experten die erneuerten Trachten als Vereinstrachten geschaffen und damit die lokalen Trachten wiederbelebt. In einigen Trachtenvereinen werden auch noch die alten Trachten getragen.

  Heute werden im Dreiflüsse-Trachtengau folgende Trachten getragen:

  • Erneuerte niederbayerische Volkstracht
  • Erneuerte Passauer Bistumstracht
  • Erneuerte Rottaler Tracht
  • Erneuerte Inntaler Tracht

Eine Besonderheit ist im Passauer Land die Passauer Goldhaube und die historische Goldhaubentracht.

Passauer Goldhaube

Auch wenn man die Trachten in Kategorien zusammenfasst, so ist doch jede einzelne Tracht durch ihre Farbenpracht einer bestimmten Gegend zuzuordnen. Nur in der Form und im Schnitt lässt sich eine gewisse Einheitlichkeit der Trachten feststellen. Ohne Umschweife kann man bei uns sagen: „Am G´wand segt ma, wo ma herkimmt.“

 

Die erneuerte niederbayerische Volkstracht

Die erneuerte Volkstracht, ist die am weitesten im Dreiflüsse-Trachtengau Passau verbreitete Tracht. Die ersten Anregungen für eine Erneuerung der Trachten im Dreiflüsse-Trachtengau gab es Mitte der 1930er Jahre von Prof. Dr. Wolfgang Maria Schmid und Passauer Stadtschulrat Wilhelm Leidl. Mit Lichtbildern brachten sie den Trachtlern die bodenständige Tracht näher und ermutigten sie den Schritt zum Tragen der nach historischen Vorbildern neugeschaffenen Tracht zu gehen

Merkmale der Volkstracht:

Frauentracht: Schwarze Schuhe, weiße Garnstrümpfe, grüner Wollstoff Leibkittel, am Rücken das mittige aufrechtstehende Dreieck (an die Passauer Bistumstracht angelehnt), eine goldgelbe Schürze und eine Tuchjacke.

Männertracht: Schwarze Schuhe, weiße Wollstrümpfe, schwarze Bundlederhose, Stoffweste mit Silberknöpfen, weißes Leinenhemd, Wollkrawatte, Lodenjoppe mit Bestickung (siehe Reminiszenz an Gebirgstracht), schwarzer Hut

 

Die erneuerte Passauer Bistumstracht

Die erneuerte Passauer Bistumstracht wird im Abteiland nördlich der Donau und östlich der Ilz getragen. Dieses Gebiet gehörte bis zur Säkularisation zum Gebiet des Hochstiftes Passau.

Die Passauer Bistumstracht wurde während der Trachtenerneuerung nach historischen Quellen als tragbare Vereinstracht gestaltet. Dabei wurden die Trachtenvereine der Region besonders durch Ernestine Kurz, Direktorin der bäuerlichen Webe- und Hauswirtschaftsschule Untergriesbach und Dr. Franz Lipp aus Linz unterstützt.

Typisch für die Passauer Bistumstracht sind bei der Frauentracht der farbige eingesetzte oder angedeutete Latz im Mieder mit Verschnürung desselben, sowie die V-förmige Rückenverzierung mit breiten schwarzen Samtbändern und einer aufrechtstehenden Stoffzacke.

Merkmale Bistumstracht:

Frauentracht: farbiger Latz, aufrechtstehende Zacke und angedeutetes V am Rücken

Männertracht: rote Weste, schwarze Joppe mit grüner Paspelierung

 

                                                                             

Die erneuerte Rottaler Tracht

Die Rottaler Tracht, wie sie heute getragen wird, hat ihren Ursprung im 18. Jahrhundert. Sie findet sich auf Abbildungen von Votivtafeln in Kirchen und Kapellen der Umgebung, so z.B. in Langwinkl, Rotthalmünster und in St. Wolfgang bei Weng.

Die Rottaler Tracht, in der braune und blaue Farben vorherrschen, drückt mit ihrem reichen Zierrat der Bänder, an den Hüten und an den Kettchen den soliden Wohlstand der Gegend aus.

Merkmale Rottaler Tracht:  blaue und rote Farbe, schwarze Einfassung

Frauentracht:

 Schapel

Mädchen und ledige Frauen tragen den sog. Schapel. Ein zylindrischer mit schwarzem Samt bezogener Körper, der mit goldenen Flinserl bestickt ist und dessen oberer Rand meist mit einem Kranz aus grüner Wolle verziert ist. Am Hochzeitstag trägt die junge Frau den als scherzhaft bezeichnetes Krauthaferl zum letzten Mal. (Der Vergleich mit einem Hafen (Topf) hat den Schapeln den Scherznamen "Krauthaferl" eingetragen. Der grüne Kranz am oberen Rande wurde dabei als "Kraut" bezeichnet. Auszug aus „ Die Tracht im unteren Rott- du Vilstal von O.von Zaborsky- Wahlstätten“)

Als verheiratete Frau wechselt sie dann zum Kopftuch, das als Haube gebunden getragen wird.

Männertracht:

Die Männer tragen zu schwarzen Haferlschuhen gestrickte weiße Wollstrümpfe und eine Lederbundhose mit breitem Ledergurt (entweder Ranzen, oder zumindest einen breiten Gürtel mit großer silberner oder goldener Schnalle, als Leiberl tragen Sie das der Frauentracht angelehnte rote Leinen-Überhemd mit grünen Leinen- Trägern für die Hose außen, oder ein braunes Samtleiberl mit vielen Silberknöpfen, ein weißes Leinenhemd gehört in jedem Fall dazu mit einer schwarzen Krawatte. Als Jacke wird ein blauer wollener Gehrock mit grünem Kragenaufschlag getragen, der reich mit Silberknöpfen verziert ist. Der schwarze Hut hat eine runde Kopfform mit breiter Krempe.

Die Silberknöpfe zeigen den Reichtum der Bauern an.

 

Die erneuerte Inntaler Tracht

Im Gegensatz zu den Rottaler Trachten war die Tracht im Inntal einfacher gehalten. Durch die frühere Innschifffahrt passten sich die Bewohner entlang des Inns an die Kleidung der durchfahrenden Salzschiffer und durchziehenden Händler aus Tirol und Oberbayern an. Damit findet man in den Inntaler Trachten auch Elemente aus österreichischen und oberbayerischen Trachten, sowie dem auf der anderen Seite des Inns liegenden Innviertels

Merkmale der Inntaler Tracht:  Samtmieder mit reicher Auszier Wollrock und Seidenschürze

 Quelle: Gauchronik 50 Jahre Trachten- Heimat und Brauchtumspflege

 

Die „Leidl-Tracht“ in der heutigen Zeit

Die Gewandung der Frauen aus Waldkirchen hat Anleihen an die Entwürfe der ehemaligen „Leidl- Tracht“ genommen, die von Schulrat Leidl in den 30 Jahren des 20. Jahrhunderts empfohlen wurde.

 Waldkirchen                

Quelle: Bei uns Dahoam                                                                      Quelle: Trachtenlandschaft Bayern

Auch „ D`Unterilztaler aus Passau Hals“ tragen noch immer die „Leidl Tracht“

Auffallend und einzigartig bei uns im Gau ist die Stickerei an Bluse und Schürze.

 

Die Passauer Goldhaube und die Goldhaubentracht

Die Passauer Goldhaube geht zurück auf das Ende des 18. Jahrhunderts. Im Raum „ob der Enns“, d. h. in den damaligen "Modezentren" Linz und Passau ist das Aussehen und die Beschaffenheit der heutigen Goldhaube entstanden. Ausgehend von Linz kam die Goldhaube nach Passau und hat hier als Bürgerinnentracht Fuß gefasst. Damals wurde sie noch von Hutmacherinnen gearbeitet. Heute stickt sie jede Goldhaubenfrau selbst oder hat das Glück sie zu erben oder aus alten Beständen aufzukaufen.

Die Arbeitszeit für ein solches Unikat beträgt ca. 350 bis 400 Arbeitsstunden. Auf ein gewebtes Goldband werden kunstvolle Ornamente, aus vergoldetem Flitter, Folien und Bouillon-Golddraht gestickt und anschließend zur Goldhaube geformt.

Dazu passend werden meist Seidenkleider, nach Biedermeier-Schnittmustern getragen. Ergänzt wird die Kleidung durch den klassischen Wiener Schal mit türkischen Mustern, passenden Schmuck, kurzen fingerlosen Handschuhen (Stritzel), einen Spitzenschirm und ein kleines Sträußchen mit Goldboullionblumen.

Die Goldhaubentradition im Passauer Land wurde am 16.12.2014 in das Bayerische Landesverzeichnis durch das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

(Quelle: http://www.goldhauben-passau.de)

 

Alltagstracht

In vielen Vereinen hat auch die Alltagstracht oder Werktracht, besonders bei den Frauen, Einzug gehalten. Sie ergänzt die Festtagstracht. Die Alltagstrachten werden bei Vereinsabenden, bei kleineren Veranstaltungen wie z. B. Geburtstagen, Trachtenmärkten, Vereinsausflügen,… getragen Auch im privaten Umfeld ist die Alltagstracht ein G’wand mit dem man bei den verschiedensten Anlässen immer gut und passend angezogen ist.

So tragen die Trachtenträger dazu bei, dass unser Gwand nicht nur gesehen wird, sondern dass die Tracht ein akzeptiertes Kleidungsstück in der Öffentlichkeit ist und bleibt.

 

Die Aufgaben des Trachtenwartes im Dreiflüsse-Trachtengau

Zu den Aufgaben zählen:

  • die Bewahrung der Echtheit, Sauberkeit und Bodenständigkeit der im Dreiflüsse-Trachtengau getragenen Trachten
  • die Organisation des Informationsaustausches zwischen den Trachtenwarten in den Trachtenvereinen
  • die Organisation von Seminaren und Kursen zur Anfertigung von Trachten und Erlernen traditioneller Handarbeitstechniken, sowie zur Trachtenpflege
  • die Hilfestellung bei der Organisation von Ausstellungen
  • die Dokumentation der regionalen Trachten

Veranstaltungen

In unregelmäßigen Abständen organisiert das Sachgebiet auch Nähkurse, Stick-, Strick- und Häkel- oder Handarbeitsabende. Dabei geht es nicht nur um das Erlernen von Techniken, sondern auch darum sich auszutauschen und Handarbeitsmuster oder alte Handarbeitstechniken nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das Motto solcher Treffen soll sein: Jeder hilft jedem!

Das Sachgebiet Trachtenforschung und -pflege arbeitet eng mit dem Sachgebiet Kreatives Arbeiten zusammen. Beide Sachgebiete möchten sich gegenseitig ergänzen.

Kontakt

Gautrachtenwartin Christina SöldnerChristina Söldner
Tresdorf 5a
94104 Tittling
Telefon: 08504 4217
Handy: 0170 4485802
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